Android-Sticks als billige Cruncher?

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Dunuin
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Android-Sticks als billige Cruncher?

#1 Ungelesener Beitrag von Dunuin » 02.10.2013 15:23

Moin,

Wer hat alles schon so einen Android-Stick zum Crunchen benutzt und kann davon berichten? Die werden einen ja gerade überall bei den Versandhäusern wie Pollin, ELV etc hinterhergeworfen.

Mir ist z.B. gerade der MK809 III für 74? inkl. Porto aufgefallen.
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Android 4.2
1,8GHz Quadcore (Cortex A9)
2GB RAM
8GB Flash
WLAN
Bluetooth
USB-Host-Buchse und MicroSD-Kartenslot
inkl. HDMI Kabel, USB-Kabel und 2A-Netzteil

Kommt wohl nicht gerootet, aber es gibt dazu Anleitungen und auch übertaktete Kernels, jedoch soll man dazu definitiv einen Kühler nachrüsten.
Kann man für 55,24? + 10,50? Zoll = 65,74? inkl. Porto auch über DX direkt aus China bestellen. Wenn man Glück hat wird die Sendung nicht vom Zoll gestoppt und man spart noch die 10,50? Gebühren und hat das Ding nur für die 55,24?.
Da brauchte man dann aber noch eine Quelle für alte Boxed-CPU-Kühler und Wärmeleitkleber. Sollte man so für 6? bekommen können.

Wäre ja an sich genial, da man nichts weiter tun braucht wie den an das mitgelieferte Netzteil zu hängen, NativeBOINC draufmachen und dann in die Ecke feuern und crunchen lassen. LAN-Kabel oder etliche Hubs braucht man nicht, da der ja WLAN hat. Fernverwaltung geht über Teamviewer und BOINCTasks. 8GB Flash und 2GB RAM sollten ja für die meisten wissenschaftlichen Anwendungen locker reichen. Problematisch sehe ich das nur mit der Hitze. Das Ding sieht so aus als wenn es ständig wegen Überhitzung huntertakten müsste und daher nicht mit 1,8GHz sondern mit ein paar hundert MHz laufen würde.
Aber da kann man sicher das Plastikgehäuse aufschneiden und auf die Platine einen dicken Kühlkörper kleben.

Gibt es sonst noch interessantes?
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Dennis Kautz
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Re: Android-Sticks als billige Cruncher?

#2 Ungelesener Beitrag von Dennis Kautz » 03.10.2013 14:39

Wenn man mehrere von den Dingern hat, könnte man die dann nicht einfach offen nebeneinanderlegen und nen guten Ventilator davorstellen? :grinbounce:

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Dunuin
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Re: Android-Sticks als billige Cruncher?

#3 Ungelesener Beitrag von Dunuin » 03.10.2013 15:15

Dennis Kautz hat geschrieben:Wenn man mehrere von den Dingern hat, könnte man die dann nicht einfach offen nebeneinanderlegen und nen guten Ventilator davorstellen? :grinbounce:
Das war in etwa meine Idee. Ventilator alleine wird aber wohl nicht reichen, wenn man wirklich nicht gedrosselt werden will. Absolut ohne Kühlkörper bringt Wind ja auch nichts. Da sollte wenigstens schon ein kleiner passiver Kühlkörper drauf oder gleich ein großer ausgemusterter PC-CPU-Kühler, den man dann auch gleich passiv betreiben kann und sich den Lärm spart.
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nico
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Re: Android-Sticks als billige Cruncher?

#4 Ungelesener Beitrag von nico » 03.10.2013 18:12

Hmm Preis/Leistung bei aktuellen CPUs bezogen auf die (DP) Floatingpoint Operationen pro Sekunde ist aber noch ein Stück entfernt.
Hier [1] hat mal jemand DGEMM (Matrixmultiplikation) gebenchmarkt:
Cortex A9 mit 2 Cores und 1 GHz schafft 1,2GFLOPS - auf die 4 Core mit 1,8GHz hoch gerechnet wären das im Optimalfall 8,64GFLOPS. _Ein_ Core einer aktuellen CPU mit 3GHz schafft 24GFLOP - 4 entsprechend dann 96 - also locker das 10 fache. Für ein ganzes System (CPU,Gehäuse,NT,Board...) bezahlt man aber nur ca. das 6fache.

Klar, ein schönes Bastelprojekt aber für wissenschaftliche Rechnungen rechnet sich es IMO noch nicht, daraus einen Cluster zu bauen.

[1] http://www.vesperix.com/arm/atlas-arm/bench/gcc-a9/
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Eric
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Re: Android-Sticks als billige Cruncher?

#5 Ungelesener Beitrag von Eric » 03.10.2013 18:22

Ich habe einen Minix X7. Bei Native Boinc bin ich nicht ganz durchgestiegen, wie ich das zum Laufen bringen soll. Und boinc zickt (noch), weil es einen Akku vermisst.
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Re: Android-Sticks als billige Cruncher?

#6 Ungelesener Beitrag von Dunuin » 03.10.2013 18:23

Die Frage ist was du rechnest. Gibt ja nicht nur FP sondern auch Integeroperationen und Anwendungen mit vielen Verzweigungen/Schleifen. Bei Harmonious Trees, wo es kein FP gibt, stand der Cortex ja z.B. super da.
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Re: Android-Sticks als billige Cruncher?

#7 Ungelesener Beitrag von nico » 03.10.2013 20:27

Gut, ich schränke ein:
Für viele naturwissenschaftliche Projekte rechnet sich ein ARM-Cluster nicht. :) Wäre natürlich mal interessant, wo neben der Graphentheorie noch sinnvolle Projekte sind.
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Re: Android-Sticks als billige Cruncher?

#8 Ungelesener Beitrag von Dunuin » 03.10.2013 21:09

Ich hoffe das zeigt sich noch. Jetzt sind ja alle Projekte gerade frisch auf den Android-Zug aufgesprungen und es gibt da noch kaum Vergleichswerte. Auch wird es noch eine ganze Zeit dauern bis die Apps für Android wirklich effizient arbeiten. NEON und OpenCL können die ja schon auf der CPU und GPU rechnen, nur nutzt das fast kein Projekt aus, weil es viel Arbeit für die Anpassungen erfordern würde. Nächstes Jahr können die dann auch noch CUDA. Da müssten die eigentlich jetzt schon anfangen, damit die Apps dann fertig sind, wenn den Tegra5-Chips rauskommen.
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Re: Android-Sticks als billige Cruncher?

#9 Ungelesener Beitrag von Eric » 07.10.2013 22:29

Nachtrag: Ich habe Native Boinc zum Laufen gebracht. Somit kann die Büchse jetzt 24/7 laufen und was für die Forschung tun. Dafür habe ich sie ja gekauft.
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Re: Android-Sticks als billige Cruncher?

#10 Ungelesener Beitrag von Dunuin » 08.10.2013 07:08

Berkeleys BOINC-App wäre für so etwas eh ungeeignet, selbst wenn es nicht den Akkubug geben würde, da es meines Wissens dort keine Option gibt ein RPC-Passwort vorzugeben, damit man den BOINC-Client fernverwalten kann.
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Eric
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Re: Android-Sticks als billige Cruncher?

#11 Ungelesener Beitrag von Eric » 08.10.2013 10:05

Das stimmt, dass es kein RPC-Passwort gibt - zumindest im Moment. Ich konnte allerdings eine Kontoverwaltung (BAM!) hinzufügen. Das würde mir zumindest genügen.
Aber gut. Jetzt läuft NativeBoinc. Damit ist mein Ziel erreicht, dass das Gerät 24/7 crunchen kann.
Mal sehen was die nächsten Tage dabei rumkommt. FAAH bei WCG dauert eine wu etwa 12 Stunden. Im Vergleich zu meinem 6 (12) Kerner ist das ein Faktor ~4 länger.

Erstaunt bin ich, dass das Gerät recht kühl bleibt. Das macht mich erhlich gesagt ein wenig stutzig. Ich muss das mal mit CPU-Z prüfen auf welchem Takt die vier Kerne laufen.
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Re: Android-Sticks als billige Cruncher?

#12 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 08.10.2013 10:29

Ja, Taktung musst Du prüfen, die Kisten takten runter, wenn sie zu heiss werden.
Der ODROID-U2 ist auf jeden Fall wesentlich effizienter als mein Athlon-64 XP4800+ DualCore System. Hatte ich ja schon mal anderweitig vorgerechnet...

Michael.
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