Neues von der Kernfusion

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Rincewind
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#2 Ungelesener Beitrag von Rincewind » 22.11.2006 08:00

Dass ist ja ziemlich krass! Kann man nur hoffen dass das klappt.
Die benötigen doch bestimmt ziemlich viele Berechnungen für den Reaktor, oder? Hm, wie könnte man wohl die ganze Rechenleistung aufbringen? :wink:

Sehr nettes Detail aus Wiki:
Mittlere Temperatur: 100 Millionen Grad Celsius :firedevil:
Ihr sagt DC ist schlecht für die Umwelt? Ich hab Öko-Strom!

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Dennis Kautz
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Re: Neues von der Kernfusion

#3 Ungelesener Beitrag von Dennis Kautz » 01.01.2009 18:42

Der SPON berichtet heute über

- Optimierungen bei der Plasmazündung
- den Bau des Wendelstein 7-X
- den bevorstehenden Baubeginn des ITER in den nächsten Monaten

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,598714,00.html

Dennis Kautz
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Re: Neues von der Kernfusion

#4 Ungelesener Beitrag von Dennis Kautz » 03.11.2015 22:07

Uralter Thread reaktiviert: Der Wendelstein Fusionsreaktor 7-X ist fertiggestellt und soll in Kürze seine Arbeit aufnehmen:
http://finance.yahoo.com/news/germany-s ... 11129.html

Dj Ninja
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Re: Neues von der Kernfusion

#5 Ungelesener Beitrag von Dj Ninja » 03.11.2015 22:29

Unerschöpfbare Energie ... was für ein Blödsinn. Dauert vielleicht ein paar Jahre länger als bei Kohle, Erdgas und Uran, aber irgendwann ist auch kein Wasserstoff mehr da. Dafür haben wir dann Probleme wohin mit dem Helium. So wie jetzt bei Kohle und CO2. Ich hasse Berichte, die die Kernfusion als die Lösung aller Energieprobleme darstellen. Das war schon beim Boom der Kohle-,Gas- und Ölindustie nicht lange der Fall, hat bei der Kernspaltung nicht gestimmt und stimmt bei der Kernfusion auch nicht.

Egal wie lange es dauert, aber irgendwann bleiben nur noch die erneuerbaren Energien wie Windenergie und vor allem Solarenergie übrig. Das ist das einzige, was sicherlich noch die nächsten Milliarden Jahre vorhanden sein wird. Bis die Sonne den Mythos von unerschöpfbarer Energie endgültig widerlegt und der Erde einen verdammt schlechten Tag bescheren wird.

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Re: Neues von der Kernfusion

#6 Ungelesener Beitrag von www.rekorn.de » 03.11.2015 23:42

Dj Ninja hat geschrieben:Unerschöpfbare Energie ... was für ein Blödsinn. Dauert vielleicht ein paar Jahre länger als bei Kohle, Erdgas und Uran, aber irgendwann ist auch kein Wasserstoff mehr da. Dafür haben wir dann Probleme wohin mit dem Helium. So wie jetzt bei Kohle und CO2. Ich hasse Berichte, die die Kernfusion als die Lösung aller Energieprobleme darstellen. Das war schon beim Boom der Kohle-,Gas- und Ölindustie nicht lange der Fall, hat bei der Kernspaltung nicht gestimmt und stimmt bei der Kernfusion auch nicht.

Egal wie lange es dauert, aber irgendwann bleiben nur noch die erneuerbaren Energien wie Windenergie und vor allem Solarenergie übrig. Das ist das einzige, was sicherlich noch die nächsten Milliarden Jahre vorhanden sein wird. Bis die Sonne den Mythos von unerschöpfbarer Energie endgültig widerlegt und der Erde einen verdammt schlechten Tag bescheren wird.
Ähm, es gibt verdammt viel Wasserstoff auf der Erde und im All genauso, da der Kometenschweif größtenteils aus Wasser besteht. Die Menschheit wird eher Probleme mit sauberem Trinkwasser bekommen, aber da schweif ich vom Thema ab.
CO2 wird auch wenn es in so geringen Konzentrationen in der Luft vorliegt unser Meer ansäuern, bis es umkippt. Achja und das Sonnenlicht zurück zur Erde reflektieren (Treibhauseffekt), aber Helium??? Helium ist ein Edelgas und reagiert mit nichts.
Selbst wenn der Wasserstoff verbraucht wird, die nächste Reaktionsstufe wird Helium statt Wasserstoff sein - so wie die Sonne es seit Milliarden Jahren macht - mit Kernfusion von Wasserstoff zu Helium und wenn das dann aufgebraucht sein wird, wird das Helium miteinander reagieren --> Kohlenstoff entsteht usw. (https://de.wikipedia.org/wiki/Sonne#Hel ... en-Brennen) :) naja und irgendwann ist auch das vorbei und das Licht aus...

Und Kernspaltung und Kernfusion sind 2 paar Schuhe, bitte nicht verwechseln/vermischen.

Fast jede Energiequelle basiert irgendwie auf Sonnenenergie und damit auf Kernfusion - selbst dein erwähnter Wind, oder Kohle, Öl, Gas...
Von daher sehe ich die Kernfusion als die Energiequelle der Zukunft - auch wenn verdammt schwer sein wird das System stabil zu halten.
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Dj Ninja
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Re: Neues von der Kernfusion

#7 Ungelesener Beitrag von Dj Ninja » 04.11.2015 02:22

Die Sonne ist halt einfach ein sehr sicherer Fusionsreaktor - weit genug weg und wir sind auf der Erde einigermaßen gegen die Strahlung geschützt, bzw. ohne sie würde es hier kein Leben geben. Sie ist für mich weiterhin der einzige problemlos arbeitende Fusionsreaktor und wir könnten diesen mit bereits heute verfügbarer Technik so weit anzapfen, daß der Energiebedarf der Menschheit mehrfach gedeckt wäre. Dazu müßten wir "nur" die Wüstengebiete nahe des Äquators mit Solarzellen oder Solarkraftwerken zupflastern. Das sind Gebiete, die heute weitgehend ungenutzt sind, weder von Menschen noch von Tieren.

Wasserstoff aus Kometenschweifen... Wie willst Du da rankommen, vor allem bei größeren Mengen, wenn wir schon Probleme haben zum Mars und zurück zu fliegen?

Wenn in der Sonne das Heliumbrennen einsetzt, wirds hier auf der Erde schon niemanden mehr geben, den das interessiert... Und selbst wenn man das hier auf der Erde in einem zweiten Fusionsreaktor technisch nutzbar umsetzen kann, bleibt das Problem mit der Wasserstoffbeschaffung. Ich geb Dir nur insofern Recht, daß man den dann entstehenden Kohlenstoff sicher lagern könnte.

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Re: Neues von der Kernfusion

#8 Ungelesener Beitrag von www.rekorn.de » 04.11.2015 23:23

JA von der Fläche bräuchte Europa nur 1% der Sahara mit Solarzellen zupflastern, dummerweise wird eine Solarzelle in Ihrer Laufzeit niemals die Energie zurückgewinnen, die nötig waren um sie herzustellen... und die politsche Lage in Afrika??? ich möchte nicht von irgendwelchen Regimes abhängig sein, wenn die mal schlecht drauf sind knipsen sie das Licht aus... Es laufen bereits Projekte in richtung Bergbau von Asteroiden... und war nicht letztens eine Sonde auf einem Kometen gelandet - Rosetta, oder??? Wasserstoff kannst du einfach durch Elektrolyse herstellen --> https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserelektrolyse ich seh da kein Problem, du?
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Re: Neues von der Kernfusion

#9 Ungelesener Beitrag von Stiwi » 05.11.2015 01:11

www.rekorn.de hat geschrieben:JA von der Fläche bräuchte Europa nur 1% der Sahara mit Solarzellen zupflastern, dummerweise wird eine Solarzelle in Ihrer Laufzeit niemals die Energie zurückgewinnen, die nötig waren um sie herzustellen...
Hast du dafür eine Quelle?

Laut Wikipedia:
Für südeuropäische Standorte liegt die Energierücklaufzeit (2011) zwischen 0,8 bis 1,5 Jahren für Dünnschichttechnologien und etwa 1,7 Jahren für Anlagen auf Basis mono- und multikristalliner Solarzellen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Erntefakt ... aikanlagen
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Re: Neues von der Kernfusion

#10 Ungelesener Beitrag von Dj Ninja » 05.11.2015 06:10

Erstens haben wir auf der Erde kein unbegrenztes Wasser, auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht und wir sehr sorglos damit umgehen. Es gibt jetzt schon Trinkwasserknappheiten. Ich bin kein Fan davon, die kostbarste Resource, die der Menschheit zur Verfügung steht, in irgendwelchen Reaktoren zu einigermaßen nutzlosem Helium zu verbrennen. Aber der hochtechnologischen Wissenschaft ist es unmöglich, an sowas zu denken. Getreu dem Motto es kann nicht sein was nicht sein darf.

Zweitens sind Solarzellen nicht die einzige Technologie, mit der direkte Sonnenstrahlung genutzt werden kann. Eine ebenfalls erprobte und einsatzbereite Technologie sind solarthermische Kraftwerke, in denen z.B. Wasser erhitzt und der Dampf durch konventionelle Turbinen geleitet wird, die können mit Wärmespeichern sogar nachts Strom liefern.
Solarzellen haben sich auch wie schon gesagt wurde spätestens nach zwei Jahren energetisch amortisiert, erst recht wenn man sie in die Sahara stellt wo es nichts außer Sonne gibt. Es gäbe auch noch eine Variante mit Parabolspiegeln und Stirlingmotoren, allerdings halte ich den Verschleiß solcher Motoren für hoch und die ersten beiden Technologien für zuverlässiger und langlebiger.

Die Golfregion halte ich angesichts Flüchtlingskrise, andauernder Kämpfe mit dem IS und ständig neuen Unruhen im Irak auch nicht gerade für stabil. Sollte sich die These bestätigen, daß eine kürzlich über dem Sinai abgestürzte russische Passagiermaschine tatsächlich Opfer einer IS-Bombe geworden ist, wirst Du Dich demnächst wundern wie das da aussieht, nachdem die Russen da Party gemacht haben. Russland als zuverlässiger Energielieferant sieht nach dem kleinen Rumms auf der Krim und in der Ostukraine auch nicht mehr so rosig aus.

Ich bin mir nicht sicher, wieviel die Kilowattstunde aus der Sahara in Europa kosten würde, weil wieder mal zuviele geldgierige Großkonzerne und Banken ihre Finger im Spiel haben, die bekanntlich die Fresse nie voll kriegen und vor der größten Kundenabzocke nicht zurückschrecken. Oder wieviel von dem hier bezahlten Geld bei den nordafrikanischen Staaten ankommen würde. Wenn man das gescheit geregelt bekommt und nicht unbedingt der Kontrolle von Großkonzernen unterwirft, wird Desertec nochmal sehr interessant werden und könnte diesen Staaten einiges an Wohlstand bringen. Vielleicht erleben wir das noch. Spätestens wenn Öl, Kohle, Gas und Uran weg ist - vielleicht auch ein Großteil des Wassers durch Kernfusion weg ist (was wir definitiv nicht mehr erleben) - wird man sich über vermeintlich veraltete Technologie Gedanken machen. Es sei denn irgendwelche kranken Leute haben bis dahin alles plattgebombt, das kann natürlich auch passieren.

Wasser aus dem Weltall ... ich glaube mit derzeit verfügbarer Technologie wäre es nicht möglich, auch nur 100kg Wasser von einem Kometen auf die Erde zu bringen. Auf einem Kometen landen ohne an eine Rückkehr zu denken ist da vergleichsweise einfach. Auf jeden Fall wären es die teuersten 100kg Wasser der Welt. Und wie lange würde ein Kernfusionsreaktor mit sagen wir 1.500 MW elektrischer Leistung damit laufen? Ich glaube Du würdest Dich wundern, wie schnell das weg wäre... Der letzte Nagel im Sarg dieser Idee ist dann die Kosten/Nutzen-Rechnung mit dem notwendigen Raketenstart. Nee. Solange wir keine Raumschiffe mit brauchbaren Antrieben (wie die fiktive Enterprise) haben, funktioniert das Ganze nicht. Und wenn wir solche Antriebe hätten, brauchen wir ganz sicher die Kernfusion nicht mehr.

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Re: Neues von der Kernfusion

#11 Ungelesener Beitrag von respawner » 05.11.2015 07:14

ich denke einfach, dass die Kernfusion viel zu spät kommen wird, bis dahin denke ich, werden andere Techniken wie Photovoltaik so weit sein, dass sie selbst in Deutschland billiger zu betreiben sind als ein Kernfusionskraftwerk. Man muss auch bedenken, dass auch bei einem Fusionsreaktor Atommüll entsteht und auch werden die Teile anfangs sicher extrem teuer sein. Auch die Kernkraftanlagen wurden zu erst massiv Subventioniert und die zukünftigen Kosten sind auch nicht absehbar. Auch wenn bei Fusionsreaktoren deutlich weniger radioaktives Material entsteht und auch kein GAU passieren kann, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Form von Stromerzeugung jemals konkurrenzfähig sein wird gegenüber anderen Kraftwerken.
Zumindest sollte man sich nicht auf Kernfusion verlassen, da es noch sehr lange dauern wird bis es serienreif und wirtschaftlich sein wird.
Wenn wir die CO2-Ziele erreichen wollen ist müssen wir sowieso andere Wege gehen und dann wird Kernfusion wohl nicht mehr wirklich gebraucht.
Mir wäre dezentrale Stromversorgung sowieso lieber, als jetzt große Kraftwerke in der Sahara oder Kraftwerke an der "falschen" Stelle in Deutschland. Aber es gibt wohl keine ausreichende Lobby dafür.
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Re: Neues von der Kernfusion

#12 Ungelesener Beitrag von Dj Ninja » 05.11.2015 10:02

Hm, auch interessante Aspekte...

Dezentrale Stromversorgung ist auch eine Sache, die nicht oder nur sehr begrenzt funktioniert. Heute kann man Dörfer auf dem Land dezentral versorgen bzw. Windparks kann man als dezentrale Stromversorgung rechnen und dann erzeugen sie auch beträchtliche Leistung, die für mehr als die Dörfer reicht. Erkaufen muß man sich das mit dem Flächenverbrauch, der dann z.B. nicht mehr für die Landwirtschaft zur Verfügung steht und es möchte auch nicht jeder von Windkraftanlagen umzingelt wohnen.
Größeren Städten ist es nicht möglich, genug Fläche für z.B. Photovoltaik aufzubringen bzw. ein Hochhaus braucht ein Vielfaches der Energie, die es selbst mit solcher Technik gewinnen könnte. Oder wenn man auf die Industrie blickt - Schwerindustrie wie Stahl- oder Aluminiumwerke können viele hundert Megawatt, teilweise sogar bis in den Gigawatt-Bereich hinein verbrauchen. Das schafft man nur mit Großkraftwerken.

Sobald die konventionellen Energieträger endgültig zur Neige gehen ist auch mit einem extremen - und ich meine wirklich extremen - Anstieg des Stromverbrauchs zu rechnen. Wir können dann nicht mehr mit Benzin und Diesel fahren, das muß plötzlich der Strom leisten. So viel Biodiesel können wir gar nicht anbauen. Wir können auch nicht mehr mit Kohle, Öl oder Gas heizen, diese Aufgabe muß ebenfalls der Strom (wohl größtenteils über Wärmepumpen und ein wenig Solarthermie) übernehmen. Im Moment sind diese Geräte hier noch Nischenprodukte, aber das wird sich ändern. Das ist die gleiche Technik wie Klimaanlagen, mit gleichem (oder wegen der im Winter sehr geringen Temperatur auf der Verdampfungsseite sogar noch etwas mehr) Strombedarf. In einigen Ländern (z.B. den USA) sorgt der Strombedarf von Klimaanlagen heute schon für Probleme mit der Stromversorgung, teilweise für Stromausfälle durch Überlastung der Netze. Da muß also noch einiges getan werden...

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