Wie die Krebsforschung am besten unterstützen?

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DO3PSN
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Wie die Krebsforschung am besten unterstützen?

#1 Ungelesener Beitrag von DO3PSN » 24.11.2015 22:01

Hallo,

mir liegt die Krebsforschung ganz besonders am Herzen, da ich im Bekanntenkreis (wie wohl fast jeder andere Mensch) einige Schicksale habe, die mit dieser Krankheit verbunden sind.

Letztendlich ist das auch meine Hauptmotivation, um seit einigen Jahren für verschiedene BOINC-Projekte zu rechnen.

Daneben spende ich jedoch auch regelmäßig an das Deutsche Krebsforschungs-Zentrum in Heidelberg.

Meine Frage an euch: Denkt ihr, solche Spenden machen Sinn? Oder etwas provokativer ausgedrückt: Denkt ihr, es ist sinnvoller, an das DKFZ zu spenden oder das Geld zu nutzen, um davon Hardware für das Rechenzeit-Spenden zu kaufen?

Welche Möglichkeiten seht ihr darüber hinaus noch, um die Krebsforschung möglichst effektiv zu unterstützen? Andere Organisationen, an denen sich eine Spende lohnt?

Vielen Dank für eure Antworten,

Philipp
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Dj Ninja
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Re: Wie die Krebsforschung am besten unterstützen?

#2 Ungelesener Beitrag von Dj Ninja » 25.11.2015 03:27

Ich fürchte, die Frage wird nicht ganz einfach zu beantworten sein. Es kann niemand sagen welches Projekt Erfolg haben wird oder ob überhaupt jemals ein Projekt Erfolg haben wird. Das ist ein grundlegendes Problem der Forschung. Man kann halt nur irgendwas probieren und schauen, was am Ende dabei herauskommt. In der Mehrzahl der Fälle kommt da leider nichts bei raus bzw. oftmals nichtmal ein sicherer Ausschluß einer Möglichkeit. Ich wüßte nicht welches Projekt ich empfehlen soll, weil ich nicht weiß, welches ich NICHT empfehlen sollte.

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Kolossus
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Re: Wie die Krebsforschung am besten unterstützen?

#3 Ungelesener Beitrag von Kolossus » 25.11.2015 05:58

Ein Projekt, welches sich (unter anderem) mit Krebsforschung beschäftigt, ist World Comunity Grid. Dort könntest Du mitrechnen, um Dein Anliegen zu verwirklichen und die Forschung entsprechend zu unterstützen. Wie Ninja schon sagte, ein Garant ist Forschung nie, sonst würde sie nicht Forschung heißen. Zumindest ist es ein Schritt in die richtige Richtung.
Gruß Harald

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Felix2015

Re: Wie die Krebsforschung am besten unterstützen?

#4 Ungelesener Beitrag von Felix2015 » 25.11.2015 09:46

Abgesehen vom DC mit der Schwerpunktsetzung WCG und GPUGRID (kann aber auch Folding und Poem sein)
also Gesundheit und Medizin
unterstütze ich im realen Leben noch DKMS - also die deutsche Kochenmarkspenderdatei seit Jahr und Tag;
allerdings wurde noch kein konkreter Bedarf angefragt.
:wave:

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Re: Wie die Krebsforschung am besten unterstützen?

#5 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 25.11.2015 10:44

Beteilige Dich an einer Knochmarktypisierung und geh dann auch spenden, falls tatsächlich der Fall eintreten sollte, dass gerade Deine Zellen einem Krebskranken helfen könnten. Ich glaube nicht, dass es eine wertvollere Spende geben kann.

Ansonsten würde ich unter Deinen Zielvorgaben Rechner, die sowieso laufen, für Krebsprojekte rechnen lassen.

Michael.

P.S.: Ich selbst rechne NICHT prioritär für Krebsprojekte, aber gelegentlich. Stattdessen bevorzuge ich Genomanalytik.
Fördern, kooperieren und konstruieren statt fordern, konkurrieren und konsumieren.

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Re: Wie die Krebsforschung am besten unterstützen?

#6 Ungelesener Beitrag von DO3PSN » 25.11.2015 19:40

Vielen Dank für eure Rückmeldung!

Rechne schon seit etwa einem Jahr nur noch für das World Community Grid, wobei ich glaube ich demnächst auch Rosetta wieder mit aufnehmen werde, die betreiben ja wenn ich richtig verstehe mit der Proteinfaltung Grundlagenforschung gegen zahlreiche Krankheiten. Oder irre ich mich?

Bei der DKMS bin ich registriert und würde natürlich auch spenden, ansonsten versuche ich einigermaßen regelmäßig Blutspenden zu gehen - hilft natürlich nicht gegen Krebs, aber auch eine wichtige Sache wie ich finde.

Ansonsten möchte ich nochmal auf einen Aspekt meiner Frage eingehen: Haltet ihr darüberhinaus finanzielle Spenden an das Deutsche Krebsforschungs-Zentrum für sinnvoll oder denkt ihr, das geht dort in der Bürokratie unter? Laut denen werden die Spendengelder zu 100% für die Forschung verwendet und die Verwaltungskosten von der öffentlichen Hand getragen.

Viele Grüße

Philipp
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Re: Wie die Krebsforschung am besten unterstützen?

#7 Ungelesener Beitrag von www.rekorn.de » 25.11.2015 23:34

Das die DKFZ 100% in die Forschung steckt möchte ich nicht bezweifeln, aber denke, dass dieses Geld in die Gehälter der dort arbeitenden Leute fließt und da fände ich eine Einmalinvestition die zeitlich gesehen mehr bringt sinnvoller. Bsp. statt jeden Monat 25€ der DKFZ zu spenden lieber alle 3 Monate einen weiteren Odroid kaufen ;) oder andere Hardware oder die Stromrechnung... ich denke davon hat man mehr. Ich hab nichts gegen die Leute die dort arbeiten, aber wenn man mal den Vergleich DKFZ-Ergebnisse und WCG (oder andere Projekte) nimmt, die mit so einer Spende möglich sind, überwiegt das crunchen... Die Hardware frist am Anfang Geld und später nur Strom, liefert dafür aber stetig Ergebnisse. Währenddessen der DKFZ-Mitarbeiter davon nicht mal die Miete für den Monat bezahlen kann... Solange die Arbeit vom DKFZ-Mitarbeiter durch Rechner ersetzt werden kann, würde ich immer Rechner bevorzugen... "Der Gerät wird nie Müde, der Gerät schläft nie ein, der Gerät ist immer vor der Chef im Geschäft..."
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Re: Wie die Krebsforschung am besten unterstützen?

#8 Ungelesener Beitrag von DO3PSN » 26.11.2015 00:28

Der Odroid ist echt faszinierend, habe den eben mal schnell gegooglet. Was hat der beim Crunchen für eine Leistungsaufnahme? Kann ich also tatsächlich vier Kerne parallel nutzen?

Wäre vielleicht wirklich keine schlechte Idee, alle drei Monate einen solchen zu kaufen bis man ein ganzes Arsenal davon hat :D

Vielen Dank für die Anregung!

Gibt es ansonsten noch Meinungen zu Spenden an Forschungseinrichtungen?

Viele Grüße

Philipp
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Re: Wie die Krebsforschung am besten unterstützen?

#9 Ungelesener Beitrag von Kolossus » 26.11.2015 05:35

"Der Gerät wird nie Müde, der Gerät schläft nie ein, der Gerät ist immer vor der Chef im Geschäft..."
"Der Gerät" im Original zum Mitschreiben/-lachen
Gruß Harald

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Re: Wie die Krebsforschung am besten unterstützen?

#10 Ungelesener Beitrag von Michael H.W. Weber » 26.11.2015 10:41

Randbemerkung:
Bei den ODROIDs bitte beachten, dass bezügl. Krebsprojekten wegen der ARM-Plattform eher wenig unterstützt wird. Hier hätte es Sinn, die WCG-Projektbetreiber in deren Forum dazu zu animieren, dass ARM-Clients endlich auch standardmässig für alle Projekte entwickelt werden. Und zwar immer auch für Linux-on-ARM und nicht bloss für Android-on-ARM (Smartphones).

Ich hatte mit der PR-Beauftragten vom WCG in Genf im September eine Unterhaltung: IBM unternimmt gar nichts, was die Clients betrifft. Entweder die Wissenschaftsteams der einzelnen Projekte liefern das an oder es wird nicht gemacht. Das ist auch ein Gund, warum es keine GPU-Clients gibt. Der klassische Wissenschafter, der im Bereich Biowissenschaften unterwegs ist, wird nach meiner Erfahrung aber kaum die Expertise haben, Clients für GPUs oder ARM zu entwickeln. Und es wird von diesen Teams höchstwahrscheinlich auch kein Geld bereit gestellt, um einen Programmierer speziell auf dieses Problem anzusetzen.

Da sehe ich dann eigentlich IBM in der Pflicht, hier nachzufassen/auszuhelfen, wenn es mit dem WCG inhaltlich wirklich Ernst gemeint ist und nicht nur als PR Maschine dienen soll.

Das Problem wäre vermutlich selbstlösend, WENN endlich mal die Erkenntnis griffe, dass die Quellcodes öffentlich zugänglich gemacht werden. Da gäbe es genügend Leute aus der DC-Community, die die Clients in Freizeiteigenarbeit erzeugen könnten und würden.
Aber auf dem Auge (OpenSource / OpenAccess / OpenData) ist man ja leider nach wie vor blind - zugunsten einer (aus meiner Sicht zumindest) meist vorgeschobenen "intellectual property" Argumentation aus der Steinzeit.


Michael.
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Re: Wie die Krebsforschung am besten unterstützen?

#11 Ungelesener Beitrag von georg.ro » 11.04.2020 18:18

>Wie die Krebsforschung am besten unterstützen?
Das würde mich auch mal interessieren.

-Geld direkt an die Forschung Spenden: Deutsche Krebshilfe, Krebsforschungs-Zentrum in Heidelberg, ..
Habe ich auch schon mal gemacht.

-seinen Rechner ans Botnetz anschließen (FAH, Boinc, etc)
Kann man in jedem Falle tun. Am besten mit Ökostrom, sonst beißt es sich ja wohl irgendwie...

-an Spendenläufen teilnehmen. Zum Erlaufen von Spenden und zum Erhöhen der Awareness
Wenn man sowieso Jogger ist, ist das ne Idee. Leider sind bei mir keine Läufe in der Nähe

-daran mitarbeiten, daß weniger Umweltgifte freigesetzt werden: Dioxine, BPA, BPB, Roundup, usw. usf. meine liebe Güte
Die Lebensumstände überdenken und ändern kostet auch Geld
(E-Auto statt Verbrenner/ das EFH aus Holz bauen oder Altbau sanieren / beim Wochenmarkt kaufen, mehr selber kochen, Photovoltaik statt Ölheizung)

-Eigene NGO gründen? Bei einer NGO tätig werden? In die Politik gehen?
Am besten nutzt man seine Zeit, wenn man seiner gelernten Arbeit nachgeht und dann ein Teil des Gehalts spendet.
Bei der NGO wäre es ungelernte Arbeit und die ist eben weniger 'wert'.

-die Gesundheitspartei wählen
Tja.
(per google leicht zu finden "partei für gesundheits forschung")
(Ich weise aus rein THEMATISCHEN Gründen auf diesen Laden hin. Ich habe mit diesem Laden absolut nix zu tun und ziele nicht darauf ab, hier Parteienwerbung zu machen.)

-DKMS, Blutspenden
claro que si!


Sonst noch Ideen?



>Meine Frage an euch:
>Denkt ihr, es ist sinnvoller, an das DKFZ zu spenden oder das Geld zu nutzen, um davon Hardware für das Rechenzeit-Spenden zu kaufen?
Im Moment gibt es bei FAH nicht mal genug WUs.
Ich glaube direktes Spenden bringt mehr.
Mal sehen wie schnell es Ergebnisse zu Corona gibt, seitens FAH.
Zuletzt geändert von georg.ro am 14.04.2020 13:09, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wie die Krebsforschung am besten unterstützen?

#12 Ungelesener Beitrag von gemini8 » 11.04.2020 21:16

Oh - ein Nekromant. ;-)

Willkommen.
Gruß, Jens
- - - - - -
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